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Sekt. Pumps. Party. Die Schuhe tun weh – und jetzt? 🥂👠

26. Okt.
7 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 26. Okt.

Petra Rimek Haltungscode Slingbacks in der Hand Jeans und Bluse

Das Outfit sitzt perfekt. Die Schuhe sind traumhaft. Jetzt müssen nur noch die Füße mitspielen. Was Frauen nachts nicht schlafen lässt und was eine ehemalige Tanzweltmeisterin über hohe Absätze, lange Partynächte und den Knigge weiß.


„Petra, ich muss dir mal was sagen“


Meine Kundin zog ein Paar Schuhe aus der Tasche. Wunderschön. Dann legte sie los: „Ich habe mich die ganze Nacht im Bett gewälzt. Was ziehe ich an Silvester an? Welche Schuhe? Sind die zu hoch? Oder doch lieber flach? Und ist dann der ganze Style ruiniert?“

Sie seufzte. „Wenn ich diese Schuhe einmal ohne Schmerzen anziehen könnte. Das wäre ein echter Traum.“

Ich schaute auf die Schuhe und wusste sofort: Diese Schuhe sind unfassbar schön.

Hoch. Edel. Zartrosa.

Und sie sind mehr als Schuhe. Sie sind ein Lebensgefühl. Genau das Gefühl, das man an so einem Abend haben möchte.

Und manchmal nehmen wir uns dieses GefĂĽhl selbst weg. Weil wir es uns nicht mehr zutrauen. Oder weil wir resigniert sagen: Das ist eben nichts mehr fĂĽr mich.

In diesem Moment schaue ich mit drei Augen auf diese Schuhe.

  1. Stundenlang tanzen: Als ehemalige Tanzweltmeisterin habe ich ganze Turniertage auf hohen Absätzen verbracht. Ich liebe elegante Bewegungen. Füße, die man beherrscht. Beinlinien, die man sieht.

  2. Wissen: An der Deutschen Sporthochschule Köln habe ich viel lernen dürfen über Muskeln, Faszien und Trainingslehre.

  3. Schmerz: In meiner Ausbildung in der Schmerztherapie habe ich verstanden, wie Schmerz oft entsteht. Und dass die meisten Menschen zu spät anfangen, ihren Körper ernst zu nehmen.


Und genau deshalb sage ich dir jetzt ganz ehrlich: Zehn Stunden Party auf zu hohen Absätzen? Das hält kaum jemand aus. Bei der einen brennen die Füße nach einer Stunde, bei der anderen erst nach fünf. Aber es bleibt eine extreme Belastung. Und das ausgerechnet an dem Abend, an dem du loslassen und feiern willst.

Stell dir vor, du fängst um 17 Uhr an, Sekt zu trinken. Und machst bis drei Uhr morgens munter weiter. Keine besonders gute Idee, oder?

Mit hohen Absätzen ist es genauso. Das ganze Jahr Sneaker. Und an Silvester sollen deine Füße plötzlich zehn Stunden auf Pumps durchhalten.

Die Dosis macht’s. Bei beidem.

Trainierte Füße und Beine stecken so eine Nacht durchaus mal weg. Solange es die Ausnahme bleibt. Aber auch für diese eine Nacht brauchen sie Vorbereitung. Im Kopf und im Körper. Dann kannst du dich darauf verlassen, dass der Abend schön wird.

Wir kennen es alle.

Deshalb habe ich meiner Kundin neben ein paar AlltagsĂĽbungen diese Tipps mitgegeben.

Und keine Sorge, wenn du gar nicht auf hohen Absätzen unterwegs bist. Auch flache Schuhe können wehtun. Die Ballerinas, die vorn drücken. Die Stiefeletten mit dem kleinen Absatz. Die schicken Schuhe fürs Büro. Die folgenden Tipps helfen dir in jedem Schuh, der schöner ist als bequem.


Was dir keine Schuhverkäuferin sagt


Im Schuhgeschäft geht es um Größe, Aussehen und Absatz. Das Herz schlägt höher, und du siehst dich schon in diesen Schuhen. Und wie du darin gehst? Das wird gern mal schön geredet.

1. Teuer heißt nicht bequem. Ich habe in meinem Leben unzählige Schuhfirmen ausprobiert. Und dabei festgestellt: Manche Schuhe mit einem riesigen Markennamen gehören nicht zu den bequemsten. Ein großer Name auf der Sohle trägt dich nicht durch die Nacht. Probier selbst, statt dem Etikett zu vertrauen. Und frag dich ehrlich: Geht es dir ums Statement? Oder um Schuhe, die zu dir passen, toll aussehen und sich wirklich tragen lassen?

2. Gehen heißt: auf einem Bein stehen. Wenn du gehst, stehst du rund 80 Prozent der Zeit auf nur einem Bein. In Pumps ist diese Standfläche winzig. Wenn du wackelst, liegt das selten am Schuh. Meist fehlt Kraft im Fuß und im Po.

3. Kürzere Schritte. Aber nicht zu kurz. In Absätzen werden deine Schritte kürzer als in Sneakern. Aber größer, als die meisten denken. Kleine, tippelige Schritte, nur auf dem Ballen aufgesetzt, sehen schnell unsicher aus. Elegant wirkt es, wenn du auch in Absätzen ganz natürlich gehst.

4. Taste dich nicht mit dem Ballen vor. Das sehe ich ständig: Der Fuß streckt sich nach vorn und tastet mit dem Ballen den Boden ab, als wäre er Glatteis. Das wirkt unsicher. Setz den Schuh mit der Ferse auf und roll über einen stabilen Fuß nach vorn ab. Genau wie barfuß. Deine Bewegung braucht in Absätzen dieselbe Qualität wie sonst auch. Das musst du trainieren. Denn je höher der Absatz, desto mehr müssen deine Waden- und Schienbeinmuskeln arbeiten. Wer diese Muskeln stärkt, hat am Ende des Abends einfach mehr Reserven.

Und das ist kein BauchgefĂĽhl.


Studien zeigen: Gezieltes Fußtraining stärkt dein Längsgewölbe und verbessert deine Balance, etwa nach acht Wochen (Übersichtsarbeit, 2023).

Und Frauen, die geübt sind, stehen in Absätzen nachweislich stabiler und fühlen sich sicherer (Wan, Yick & Yu, 2020). „Acht Wochen. Bis Silvester sind es neun.“ 


5. Lass deine Zehen lang. Viele krallen in hohen Schuhen die Zehen fest, um Halt zu finden. Nach einer Stunde brennt der Ballen, nach zwei krampft der Fuß. Der Halt kommt nicht aus den Zehen. Er kommt aus deinem Fußgewölbe.


6. Jeder Zentimeter zählt. Je höher der Absatz, desto mehr Gewicht rutscht nach vorn auf den Ballen. Schon bei rund 6 Zentimetern war der Spitzendruck unter dem mittleren Vorfuß etwa 30 Prozent höher als in flachen Schuhen (Speksnijder et al., 2005).

Und jetzt kommt das Spannende: Ganz flach ist auch nicht automatisch am besten. In einer Computersimulation war die Spannung der Sehnenplatte unter deiner FuĂźsohle bei etwa 5 Zentimetern Absatz am geringsten (Polytechnic University Hongkong).

FĂĽr einen langen Abend heiĂźt das: Ein mittlerer Absatz ist oft die klĂĽgere Wahl. Elegant muss nicht extrem hoch heiĂźen. Ich selbst trage deshalb keine extremen High Heels mehr. Ich bleibe unter 10 Zentimetern. Zugegeben: oft nur knapp darunter. Eleganz heiĂźt fĂĽr mich: Ich genieĂźe den ganzen Abend. Und humple nicht im letzten Drittel nur noch durch die Gegend.


7. Deine Schuhgröße entscheidet mit. Das sagt dir fast niemand: 10 Zentimeter sind nicht für jede Frau gleich hoch. Ein kleiner Fuß muss dieselbe Höhe auf einer viel kürzeren Strecke überwinden. Er steht also deutlich steiler. Forscher der Universität Salford weisen genau darauf hin: Derselbe Absatz wirkt auf einen kleinen Fuß anders als auf einen größeren (Melvin, Universität Salford).

Grob gerechnet: 10 Zentimeter in Größe 42 fühlen sich ungefähr so an wie 8,5 Zentimeter in Größe 35. Mit Größe 35 auf 10 Zentimetern stehst du dagegen fast auf den Zehenspitzen. Vergleich dich also nicht mit deiner Freundin. Such dir die Höhe, die zu deinem Fuß passt.




Und was sagt der Knigge dazu?



Petra Rimek lächelnd an einem festlich gedeckten Tisch bei einem Ball

Beim letzten Ball saß eine wunderbar elegante Dame neben mir. Irgendwann zwischen Hauptgang und Dessert beugte sie sich zu mir und flüsterte: „Ich habe meine Schuhe schon vor der Vorspeise ausgezogen.“ Dann lachte sie und sagte: „Ich habe schon so viele Bälle erlebt. Ist die Tischdecke lang genug, sehe ich das als Einladung, meinen Füßen ein kleines Geschenk zu machen. Ist doch nicht verboten.“

Ich konnte mich innerlich kaum halten. Und habe ihr gesagt: „Wer unter den Tisch kriecht, um nachzusehen, ob deine Füße noch in den Schuhen stehen, begeht den deutlich größeren Knigge-Verstoß.“

Ich fand sie großartig. Sie hat genau das getan, was ihre Füße brauchten. Ganz unauffällig. Und nach dem Essen rockte sie die Tanzfläche.

Übrigens: Adolph Freiherr Knigge hat 1788 zwar das berühmte Buch „Über den Umgang mit Menschen“ geschrieben. Regeln zu Gabeln, Gläsern oder Schuhen stehen darin aber nicht. Ihm ging es um Rücksicht und Respekt. Und genau das hat meine Tischnachbarin bewiesen.

Auf jedem Ball gilt außerdem eine schöne alte Regel: Der Herr bringt die Dame nach dem Tanz an ihren Platz zurück. Nutze das. Setz dich hin. Gönn deinen Füßen ein paar Minuten. Dann geht es weiter.

Und wenn die Füße trotzdem schmerzen? Dann wechsle ich die Schuhe. Ich möchte den Abend genießen und keine Tapferkeitsmedaille gewinnen.

Das ist keine Niederlage. Deinen Auftritt hattest du. Dein GefĂĽhl in diesen Schuhen hast du genossen.

Aber eins sage ich dir aus eigener Erfahrung: Selbst fĂĽr diese paar Stunden musst du wirklich was tun. Das ist die bittere Wahrheit.

Spätestens ab 45 nichts für Füße, Beine und Po tun, hohe Hacken tragen und erwarten, dass du schmerzfrei die Nacht durchtanzt? Das funktioniert nicht.


Drei Mini-Ăśbungen bis Silvester damit dir deine Schuhe nicht weh tun


Du trainierst Bauch, Po und RĂĽcken. Aber deine FĂĽĂźe? Die kommen fast immer zu kurz. Dabei tragen sie dich durch den ganzen Abend.


Frau in Jeans und schwarzen Pumps steht am BĂĽgelbrett und trainiert ihre Balance

1. Einbeinstand beim Bügeln:  Stell dich erst barfuß, dann in deinen Schuhen auf ein Bein, während du bügelst. Eine Minute pro Seite. Wackelt es? Perfekt. Genau das trainiert deine Balance. Zu leicht? Dann heb dabei die Ferse ein kleines Stück an.








Füße in grauen Socken heben die Fersen an, Übung für Waden und Fußgewölbe

2. Fersen heben beim Föhnen.

Heb langsam beide Fersen an, bis du auf den Ballen stehst. Langsam wieder runter. Zehnmal. Achte darauf, dass deine Zehen lang bleiben und nicht krallen.









Beine in schwarzen Leggings und Sneakern, Ăśbung fĂĽr die Waden

3. Waden dehnen nach dem Abend Stell dich vor eine Wand, ein Bein nach hinten, die hintere Ferse bleibt am Boden. Lehn dich leicht nach vorn, bis du die Wade spürst. 30 Sekunden pro Seite. Nach Stunden in Absätzen sagen deine Waden danke.









Und jetzt? Feiern!


Ich liebe schöne Schuhe. Ich liebe elegante Auftritte. Und ich weiß aus jahrzehntelanger Erfahrung, wie viel ein guter Gang ausmacht.

Aber ich habe längst aufgehört, Eleganz mit Aushalten zu verwechseln.

Ich möchte meine Pumps tragen, darin tanzen, lachen und den Abend genießen. Und wenn du zwischendurch unter dem Tisch kurz aus den Schuhen schlüpfst? Dann mach es wie meine Tischnachbarin. Mit einem Lächeln.

Denn schöne Schuhe sind zum Genießen da. Nicht zum Aushalten.



Elegant gehen ist kein Talent, sondern ein Code.

Du willst ihn lernen? 

Jetzt ist genau der richtige Zeitpunkt.

Du liebst deine eleganten Schuhe? Dann sorge dafĂĽr, dass du dich auch darin wohlfĂĽhlst.

In meinem Live-Workshop „Elegant gehen“.





Lieber erst mal reinschnuppern? Hol dir meinen kostenlosen Fuß-Blitz: ein paar Minuten für deine Füße, mitten im Alltag. Klick hier.



Petra Rimek ist ehemalige Profitänzerin, mehrfache Welt- und Europameisterin, Haltungscoach und Entwicklerin von Haltungscode®.

Sie zeigt Menschen, wie sie mit kurzen, gezielten Einheiten Kraft, Balance und Beweglichkeit in ihren Alltag bringen. Der Start beginnt an den FĂĽĂźen.


 
 

Elegant gehen ist kein Talent, sondern ein Code.
Dein Körper ist ein Zehnkampf – und niemand hat Zeit, jede Disziplin einzeln zu trainieren. Meine Körper-Codes bringen dich in Minuten dorthin, wo es zählt.
Dein Haltungscode® · Petra Rimek, Dortmund

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