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Warum hat man in der Achillessehne Schmerzen? Sind es die Schuhe?

21. Sept.
4 Min. Lesezeit

Die Schuhe sind weder unschuldig noch die Lösung.



Ein Kunde kam zu mir mit monatelangen Schmerzen in der Achillessehne.

Gefühlt das fünfte Paar Schuhe war bestellt.

Mehr Dämpfung. Andere Sprengung. Mehr Entlastung.


Seine Frage:
„Warum wird es trotzdem nicht besser?“

Eine gute Frage.

Meist hat die Sehne über längere Zeit mehr Last bekommen, als sie gewohnt war.

Aber, wenn man mal so googelt, stößt man unwillkürlich auf Schuhe, die Abhilfe schaffen sollen.


Denn auch Schuhe können beeinflussen, wie stark deine Achillessehne belastet wird.

Aber sie machen eine schmerzende Sehne nicht automatisch wieder belastbar.

Was also bringt ein anderer Schuh wirklich?

Genau das schauen wir uns an.



Was können Schuhe bei Schmerzen in der Achillessehne überhaupt verändern?


Mehr, als man denkt. Weniger, als viele versprechen.


Eine höhere Ferse oder ein Fersenkeil kann die Achillessehne vorübergehend entlasten. Das kann angenehm sein, wenn sie gerade stark gereizt ist.


Aber: Entlasten ist nicht dasselbe wie belastbar machen.


Genau das ist der entscheidende Unterschied.


Deine Achillessehne ist dafür gemacht, Kraft zu übertragen. Beim Gehen, Treppensteigen, Laufen oder wenn du dich auf die Zehenspitzen stellst.


Wenn sie schmerzt, braucht sie deshalb nicht automatisch immer weniger Belastung.

Sie braucht vor allem wieder die passende Belastung.


Also doch Fersenkeile?

Manchmal können sie sinnvoll sein.

Eine aktuelle Studie mit 108 Menschen mit Achillessehnenschmerzen zeigte:

Mit Fersenkeilen gingen die Schmerzen etwas stärker zurück als mit einer Schein-Einlage.

Der Unterschied war allerdings so klein, dass er als klinisch nicht relevant eingestuft wurde.

Die Forschenden empfehlen Fersenkeile deshalb nicht als alleinige Hauptbehandlung.

LIFT-Studie (JOSPT 2025, doi:10.2519/jospt.2025.13422)


Für dich heißt das ganz praktisch:

Ein Fersenkeil kann eine Brücke sein. Er ist aber nicht automatisch die Lösung.



Grafik: Fuß im Turnschuh mit und ohne Fersenkeil und die Erläuterung wo der Zug auf der Achillessehne sitzt.

Jetzt wird es spannend:


Was ist mit flachen Schuhen oder Barfuß Schuhen?


Jetzt könnte man denken: Dann lieber keine flachen Schuhe.

So einfach ist es wieder nicht.


Wenn du plötzlich von einem Schuh mit höherer Ferse auf einen sehr flachen Schuh oder Barfußschuh wechselst, verändert sich die Belastung auf Wade und Achillessehne.

Das Problem ist also nicht automatisch der flache Schuh.

Das Problem kann der schnelle Wechsel sein.

Deine Achillessehne hatte schlicht keine Zeit, sich an das Neue anzupassen.


Genau deshalb halte ich wenig von pauschalen Regeln wie:

„Bei Achillessehnenschmerzen brauchst du diesen Schuh.“

Oder genauso:

„Zieh Barfußschuhe an, dann wird alles besser.“


Deine Achillessehne interessiert sich nicht für Schuh-Ideologien.

Sie interessiert sich dafür, worauf sie vorbereitet ist.

Wenn du genauer wissen möchtest, warum gerade der Wechsel auf Barfußschuhe Fersenschmerzen auslösen kann, habe ich dazu einen eigenen Artikel geschrieben.
→ Fersenschmerzen durch Barfußschuhe



Was braucht eine schmerzende Achillessehne dann?

Entlasten kann beruhigen. Belastung macht wieder belastbar.


Das bedeutet aber nicht: Zähne zusammenbeißen und durch.

Eine gereizte Achillessehne braucht einen Reiz, den sie heute verträgt. Nicht den größtmöglichen.

Vielleicht ist die Achillessehne entzündet. Oft sprechen wir von einer Achillessehnenentzündung.


Ganz so einfach ist es aber nicht.

Eine gereizte Achillessehne kann entzündliche Prozesse zeigen. Das ist zunächst nichts „Böses“. Entzündung gehört auch zu den Prozessen, mit denen unser Körper auf gereiztes oder geschädigtes Gewebe reagiert und Reparatur in Gang setzen möchte.


Problematisch wird es, wenn die Sehne immer wieder mehr Belastung bekommt, als sie gerade verträgt.

Dann reicht es nicht, nur dort zu arbeiten, wo es weh tut.


Es gibt tausend gut gemeinte Übungen.


Aber ich habe in meinen Resets genau die ausgewählt, die Wade und Fuß einbeziehen –

also Strukturen, die auf die Achillessehne wirken.

Und weil dein Alltag nicht auf deine Achillessehne wartet, sind es ganz kleine Einheiten, die du zwischendurch machen kannst.


Mein Ziel ist also nicht gar nichts zu machen.


Erst Stress rausnehmen – und dann wieder Belastbarkeit aufbauen.



Und dafür brauchst du nicht unbedingt eine halbe Stunde Training.


Der einfache Einstieg:

Hebe langsam die Fersen vom Boden. Halte kurz. Senke langsam die Fersen ab.


Einfache Übung bei Schmerzen Achillessehne

Die Achillessehne darf dabei arbeiten. Aber nicht kämpfen.


So startest du:

8-12 Wiederholungen.

Langsam hoch 1-2 Sekunden halten.

Langsam wieder absenken.


1-2 Durchgänge reichen für den Einstieg.

Wird es zu leicht, steigere erst die Wiederholungen, oder nutze Gewichte.


Wichtig: Die Übung darf fordern. Bei deutlichem oder zunehmendem Schmerz NICHT weitermachen.



Und was haben deine Füße damit zu tun?


Die Achillessehne verbindet die Wadenmuskulatur mit deiner Ferse – und damit beginnt direkt das Zusammenspiel mit deinem Fuß.

Deshalb schaue ich bei Achillessehnenschmerzen nicht nur auf die schmerzende Stelle.

Ich bringe auch den Fuß wieder in Bewegung.


Du möchtest das direkt ausprobieren?

Mein Fuß-Blitz dauert 4,5 Minuten und kostet 0 €.


Du kannst ihn sofort mitmachen.




Wann solltest du Achillessehnenschmerzen abklären lassen?

Wenn der Schmerz plötzlich und sehr stark auftritt, du einen Knall oder ein Schnappen gespürt hast, kaum noch auftreten oder dich nicht mehr richtig über den Fuß abdrücken kannst, sollte das zeitnah medizinisch abgeklärt werden. Auch starke Schwellung, Rötung oder anhaltende Beschwerden gehören abgeklärt.







Wer schreibt hier?

Petra Rimek, Haltungscoach , barfuß, sitzend


Ich bin Petra Rimek, Haltungscoach,

Yogalehrerin und ausgebildet

in der Liebscher & Bracht Schmerztherapie.


Bewegung begleitet mich seit über 30 Jahren – früher als Profitänzerin, heute in meiner Arbeit mit Menschen, die wenig Zeit haben und trotzdem etwas für ihren Körper tun möchten.


Mit dem Haltungscode® entwickle ich kurze Resets für den Alltag.


Mein Prinzip: Nicht möglichst viel machen. Sondern im richtigen Moment das Richtige.



 
 

Elegant gehen ist kein Talent, sondern ein Code.
Dein Körper ist ein Zehnkampf – und niemand hat Zeit, jede Disziplin einzeln zu trainieren. Meine Körper-Codes bringen dich in Minuten dorthin, wo es zählt.
Dein Haltungscode® · Petra Rimek, Dortmund

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