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Fersenschmerzen durch Barfußschuhe?

13. Sept.
3 Min. Lesezeit


Paar getragener Barfußschuhe mit flacher Sohle und breiter Zehenbox auf Parkett







Auf dem Golfplatz höre ich wirklich jedes Mal irgendwelche Zipperlein. Und das, was ich hier beschreibe ist typisch, wie einige über Schmerzen denken.


Mein Spielpartner erzählt mir von seinen Fersenschmerzen. Er habe die ganze Saison extra in Barfußschuhen gespielt. Hat nichts genutzt. Jetzt will er wohl erst mal Pause machen.


Ich habe nichts gesagt. Aber ich habe gedacht: Natürlich hat es nichts genutzt.


Er hat den Schuh für die Behandlung gehalten.


Der Schuh ist keine Behandlung. Der Schuh ist Training. Und Training ohne Dosis heißt Überlastung.


Warum die Fersenschmerzen durch Barfußschuhe entstehen können


Dein Fuß trägt dich seit Jahrzehnten. Und seit Jahrzehnten steckt er dabei in einer Hülle, die ihm die Arbeit abnimmt. Feste Sohle, Sprengung, Führung an der Ferse. Der Schuh stabilisiert – der Fuß muss es nicht mehr.


Muskeln, die nichts tun, werden schwach. Das gilt für den Rücken, das gilt für den Po, und es gilt genauso für die 26 Knochen und die kleinen Muskeln in deinem Fuß.


Jetzt ziehst du einen Schuh an, der nichts mehr abnimmt. Und verlangst von einer Muskulatur, die zwanzig Jahre stillgelegen hat, ab Tag eins volle Leistung. Acht Stunden am Tag.


Das würdest du mit keinem anderen Muskel machen. Niemand geht nach zwanzig Jahren Pause ins Studio und legt 80 Kilo auf die Bank.


Was die Zahlen sagen


Die Forschung ist eindeutig – in beide Richtungen.


Eine Studie der University of Liverpool aus dem Jahr 2021 hat Menschen sechs Monate lang Barfußschuhe tragen lassen. Die Fußmuskulatur wurde um durchschnittlich 57 Prozent kräftiger. Die Teilnehmer waren im Schnitt unter 30.


Australische Sportwissenschaftler haben 2022 siebzig Kinder neun bis zwölf Monate lang beobachtet. Die Kinder in Barfußschuhen hatten kräftigere Fußmuskeln und hielten die Balance beim Gehen besser.


Beide Zahlen sind beeindruckend. Und beide haben dieselbe Zeitachse: Monate. Nicht Tage.


Die Welt hat dazu am 13. September einen lesenswerten Artikel veröffentlicht, in dem Ulrich Betz von der Universitätsmedizin Mainz den Fuß als Sichtbarkeitsproblem bezeichnet. Der Satz trifft es. Wir trainieren Bauch, Beine, Rücken. Der Fuß liegt außerhalb unseres Blickfelds, und wir merken ihn erst, wenn er schmerzt.


Der Test, den du selbst machen kannst


Stell dich barfuß hin und lass dich von hinten fotografieren. Stehen deine Fersen senkrecht, oder kippen sie nach innen?


Schau dir die Innenseite an. Ist da ein Gewölbe, oder liegt der Fuß flach auf?


Und die Zehen: Zeigen sie gerade nach vorn, oder wandert der große Zeh nach außen?


Das ist ein guter Anfang. Aber es ist nur die halbe Wahrheit.


Denn im Stehen hält sich dein Fuß zusammen. Er hat Zeit, er kann sich sortieren. Das Problem zeigt sich dort, wo es entsteht: im Gehen. Wie rollst du ab? Wohin kippst du, wenn du müde wirst? Das siehst du auf keinem Foto.


Wenn deine Fersenschmerzen unabhängig von den Schuhen bestehen, habe ich die häufigsten Ursachen hier aufgeschrieben. 


Was wirklich hilft


Drei Dinge, in dieser Reihenfolge.


Erstens: langsam. Trag die Barfußschuhe am Anfang eine Stunde am Tag. Nicht acht. Steigere über Wochen, nicht über Tage.


Zweitens: gezielt. Der Schuh allein reicht nicht. Dein Fuß braucht Reize, die er im Alltag nicht bekommt – greifen, spreizen, abrollen, das Gewölbe aktiv anheben. Wenige Minuten, dafür jeden Tag.


Drittens: dranbleiben. Rechne mit sechs Wochen, bis du etwas spürst. Das ist keine schlechte Nachricht. Das ist die normale Zeit, die Muskeln brauchen. Jeder, der dir in sieben Tagen den perfekten Fuß verspricht, verkauft dir etwas.


Warum ich beim Fuß anfange


Ich hatte im Tanzsport Trainer aus der Weltspitze. Donnie Burns MBE, vierzehnmal Weltmeister in den lateinamerikanischen Tänzen. Espen Salberg, Norwegen. Ralf Lepehne. Dazu einige mehr, verschiedene Schulen, verschiedene Länder, verschiedene Handschriften.


In einem Punkt waren sich alle einig: Die Qualität jeder Bewegung beginnt im Fuß.


Deshalb haben wir nie mit der Choreografie angefangen. Wir haben mit den Füßen angefangen. Jedes Training, über Jahre.


Und niemand hat das getan, weil jemand Schmerzen hatte. Sie haben es getan, weil oben nichts trägt, wenn unten nichts steht.


Du willst keine Turniere tanzen. Dein Körper unterscheidet da aber nicht. Kippt der Fuß, richtet sich alles darüber danach aus – Knie, Becken, Rücken, Schulter.


Der Unterschied ist nur das Tempo. Ein Tänzer merkt es in derselben Woche. Du merkst es nach zwanzig Jahren.


Deshalb fange ich unten an.


Dein nächster Schritt


Mein Spielpartner vom Golfplatz ist nicht raus, weil Barfußschuhe nichts taugen. Er ist raus, weil ihm niemand gesagt hat, wie man anfängt. Und er resümierte: Fersenschmerzen durch barfußschuhe


Ich habe einen Mini-Reset für die Füße gebaut. 4,5 Minuten. Kein Termin, kein Umziehen, keine Geräte.


Genau die Dosis, die deine Fußmuskeln jeden Tag brauchen, während du dich an die neuen Schuhe gewöhnst.


Fuss-Mini-Reset bei Fuss-Schmerzen von Petra Rimek

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Der Haltungscode® ist für Menschen, deren Tag keine Lücke für einen Physiotermin hat. Kurze, angeleitete Übungen für Füße, Nacken und Gelenke – auf dem Handy, im Sitzen, in Minuten. Entwickelt von Petra Rimek, Haltungscoach aus Dortmund, aus über 30 Jahren Arbeit mit Menschen in Bewegung.

Mein Ziel ist es, dass du deinen Körper so gut verstehst, dass du dich auch in 20, 30 oder 40 Jahren noch selbst gesund und beweglich halten kannst.

Petra Rimek

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